Die sportliche Sicht

Warum sieht man in der Bundesliga so selten Spieler und Spielerinnen mit Brille? Liegt es daran, dass Sport die Sehkraft verbessert? Natürlich nicht. Der Grund ist vielmehr, dass die meisten Leistungssportler beim Sport Kontaktlinsen bevorzugen und das zu Recht. Die kleinen Kunstlinsen haben große Vorteile bei sportlichen Aktivitäten.

 

Kontaktlinsen sollten die Augen beim Sport mit ausreichend Sauerstoff versorgenBeim Sport sind Kontaktlinsen ein echter Volltreffer und das aus mehreren Gründen: Der augenscheinlichste ist, dass sie im Gegensatz zu Brillen das Gesichtsfeld nicht einschränken. Dieser ”Rundumblick“ ermöglicht es besser den Überblick zu behalten und ein Fünkchen schneller auf herannahende
Bälle, Gegenspieler oder Hindernisse zu reagieren. Das kann nicht nur den Sieg ausmachen, sondern auch eine Frage der Sicherheit sein. „Es gibt beim Sport immer mal wieder Zusammenstöße. Dabei können Brillengläser oder ein Brillengestell bisweilen gefährlich werden. Kontaktlinsen sind da oftmals die praktischere und sicherere Wahl“, erklärt Augenoptikermeister Hansjörg Hofmann von Brillen Hammer in Speyer. „Aber es geht nicht nur um Unfälle. Bei Sportarten wie Fußball, wo der Kopf zum Einsatz kommt, oder Kampfsportarten wie Karate, wo der Kopf auch mal Stöße verkraften muss, stören Brillen mitunter und Kontaktlinsen sind eine hervorragende Alternative.“ Das gilt auch bei Sportarten wie Mountainbiken oder Rennradfahren, wo Helme und Schutzbrillen unverzichtbar sind.

 

Linse nicht gleich Linse

Auch wenn Kontaktlinsen auf den ersten Blick alle gleich aussehen, so können sie doch erheblich unterschiedliche Eigenschaften haben. Welche Kontaktlinsen sich für welchen Sportler eignen, hängt von den Anforderungen ab. „Für Wassersportarten wie etwa Schwimmen sind beispielsweise Tageslinsen zu empfehlen, da sich im Wasser enthaltene Bakterien oder Zusätze wie Chlor in den Linsen einlagern und zu Augenreizungen führen können. Der tägliche Austausch der Kontaktlinsen vermeidet das“, erläutert Hansjörg Hofmann. „Für Sportarten im Freien sind Linsen mit integriertem UV-Schutz geeignet, da sie die Augen zusätzlich vor den negativen Auswirkungen übermäßiger Lichteinstrahlung schützen.“ Unabhängig davon, ob der Sport in der Halle oder im Grünen stattfindet, sollten Sportler bei der Wahl von Kontaktlinsen auf Folgendes achten: Bei intensiverem Training steigt
die Aktivität des Stoffwechsels und damit auch der Sauerstoffbedarf im Körper. Dies gilt auch für die Hornhaut der Augen. Das müssen Kontaktlinsen abfangen können. „Wir empfehlen bei großer körperlicher Anstrengung spezielle Monatslinsen aus Silikon-Hydrogel. Sie haben eine sehr gute Sauerstoffdurchlässigkeit und sorgen dafür, dass die Hornhaut optimal mit Sauerstoff versorgt wird“, führt Hansjörg Hofmann aus.

 

Brillen-Coach

Wie die verschiedenen Möglichkeiten zeigen, sollten sich Sportler bei der Wahl der richtigen Linse am besten unterstützen lassen. Spezialisten beraten zu den unterschiedlichen Kontaktlinsenarten und prüfen darüber hinaus den richtigen Sitz – der maßgeblich für den Tragekomfort und die optimale Sehkorrektur entscheidend ist. „Hierzu vermessen wir die Hornhaut mithilfe eines sogenannten Kertographen an 22000 Messpunkten“, ergänzt Hansjörg Hofmann, „und überprüfen außerdem, ob der Tränenfilm überhaupt ein Linsentragen ermöglicht.“