FREIE SICHT

Kontaktlinsen sind eine beliebte Alternative zur Brille – nicht zuletzt, weil sie unauffällig und praktisch sind. Rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland tragen sie, egal ob im Beruf, in der Freizeit oder beim Sport. Damit die unsichtbaren Sehhilfen aber auf Dauer bequem sind und die Sehstärke optimal korrigieren, müssen sie individuell an die Augen angepasst sein. Dabei ist der Tränenfilm ein Faktor von vielen.

 

Der individuelle Tränenfilm ist für die Art der Kontaktlinsen mitentscheidend.So simpel Kontaktlinsen auch scheinen, es gibt vieles zu beachten: Sollen es formstabile oder weiche Kontaktlinsen sein? Sind Monats- oder Jahreslinsen besser für mich? Wieviel Sauerstoff müssen sie ans Auge lassen? „Die meisten machen sich bei den dünnen Kunststofflinsen erst nur Gedanken über die Dioptrie, also die Brechkraft, aber Material, Tragezeit, Sauerstoffdurchlässigkeit, all das spielt ebenfalls eine Rolle für die andauernde Sehstärkenkorrektur und natürlich den Tragekomfort. Schlecht angepasste Linsen irritieren und jucken schnell oder fallen leicht aus dem Auge und sind dann weg. Auch Augenrötungen, Müdigkeit und ähnliches können auftreten – und das ist nicht alles. Im schlimmsten Fall können schlechtsitzende Linsen die Augen langfristig sogar schädigen“, erklärt Augenoptiker B. Sc. Alexander Kern von Brillen Hammer in Speyer. „Um das alles möglichst zu verhindern, müssen Kontaktlinsen auf ihren Träger individuell abgestimmt werden. Deshalb nehmen wir uns viel Zeit bei der Beratung und vor allem bei den Messungen im Vorfeld und den Nachkontrollen.“

 

High-Tech für Tränen

Neben der Augenprüfung ist die Untersuchung des Tränenfilms wichtig, denn auf ihm schwimmen die Linsen. „Um den Tränenfilm zu analysieren, nutzen wir neueste Technik, beispielsweise den Oculus Keratograph 5M. Das Gerät ermöglicht es uns, diverse Tests schnell und präzise durchzuführen“, erläutert Alexander Kern. „Einer dieser ‚Tests‘ ist der sogenannte TFScan, mit dem Qualität und Quantität des Tränenfilms im Auge bestimmt werden können.“ Bei der Qualität geht es um die sogenannte Tränenfilmaufrisszeit. Diese gibt den Optikern Auskunft darüber, wie gut die Tränenflüssigkeit das Auge zwischen jedem Blinzeln benetzt. Die quantitative Messung hingegen zeigt einfach ausgedrückt an, wieviel Feuchtigkeitsmenge insgesamt im Auge vorhanden ist. Dafür wird die Höhe des sogenannten Tränenmeniskus, des Tränenfilms am unteren Lidrand, gemessen.

 

Ziel der Messungen

„Diese Ergebnisse ermöglichen es uns dann, die passenden Kontaktlinsen zu ermitteln und die Kunden ausführlich zu beraten“, führt Alexander Kern aus. „Ein Teil dieser Beratung ist für uns auch, einen Arztbesuch zu empfehlen, sollten wir auf Auffälligkeiten stoßen. Denn Optiker wie wir können Kontaktlinsen zwar sehr genau anpassen, eine medizinische Augenuntersuchung kann jedoch nur ein Augenarzt leisten.“ Ist die richtige Kontaktlinse gefunden, vergisst der Träger in der Regel nach einer kurzen Eingewöhnungsphase bald gänzlich, dass er sie trägt – und es kommt ihm vor, als könne er ohne Sehhilfe scharf sehen.